Schweinfurt – Der traditionelle Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt fand am Sonntag, 11. Januar 2026, in der Unteren Rathausdiele statt. Oberbürgermeister Sebastian Remelé begrüßte zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Religion, Kultur, Sport, Wissenschaft und Bildung und nutzte den festlichen Rahmen für einen Rückblick auf das vergangene Jahr sowie für einen Ausblick auf kommende Herausforderungen.
Ein zentraler Bestandteil des Empfangs war die Verleihung der Stadtmedaille der Stadt Schweinfurt in Silber. In diesem Jahr wurden gleich drei Auszeichnungen an besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger vergeben. Geehrt wurden Anna Margareta Vogel-Jehli, Johanna Bonengel sowie das Ehepaar Irmgard und Wolfgang Pladt. Mit der Auszeichnung würdigte die Stadt deren herausragendes und langjähriges Wirken zum Wohle der Schweinfurter Stadtgesellschaft.
In seiner Neujahrsansprache zog Oberbürgermeister Remelé eine Bilanz des zurückliegenden Jahres. Dabei sprach er sowohl positive Entwicklungen als auch bestehende Probleme offen an und betonte die Bedeutung eines ehrlichen Umgangs mit Erfolgen wie auch mit Rückschlägen. Zugleich mahnte er zu mehr Gelassenheit und Maß im gesellschaftlichen Diskurs.
Kritisch setzte sich Remelé mit der Sprache und Wahrnehmung der heutigen Zeit auseinander. Wenn bereits für einen Wintereinbruch das gesamte Vokabular an Begriffen wie „Chaos“ oder „gefährliche Bedingungen“ verbraucht werde, stellte er die Frage, wie Ereignisse bezeichnet werden sollten, wenn tatsächlich schwerwiegende Krisen einträten. Früher habe man solche Situationen schlicht „Winter“ genannt. Damals sei es nichts Ungewöhnliches gewesen, mit Langlaufskiern zur Arbeit zu fahren oder abends darauf zu achten, das richtige Auto aus dem Schnee auszugraben – ohne dies als Ausnahmezustand zu empfinden.
Mit Blick auf die im März anstehende Wahl richtete der Oberbürgermeister einen eindringlichen Appell an die Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv zu beteiligen und bewusst zu wählen. Entscheidend sei, jene Kandidatinnen und Kandidaten zu unterstützen, die nur Versprechen abgäben, die auch eingehalten werden könnten. Verantwortungsvolle Politik bedeute, entschieden alles für die Stadt zu tun – auch wenn dies mitunter Entscheidungen erfordere, die der eigenen Wiederwahl schaden könnten. Nur mit dieser Haltung lasse sich Schweinfurt nachhaltig und verantwortungsvoll gestalten.

